MIT-SOMMEREMPFANG MIT VIEL PROMINENZ

Datum des Artikels 15.09.2026

Jena - Viel Prominenz fand sich ein anlässlich des Sommerempfangs der Mittelstandsunion (MIT) im Kreisverband Jena auf der Dachterrasse des IT-Standorts in der Mälzerstraße. Über 60 Unternehmer und Unternehmerinnen aus Jena und Umgebung konnte Fagus Pauly, Vorsitzender der MIT Jena, selbst Geschäftsführer der Unternehmendigital GmbH begrüßen. Die anwesenden Gästen erhielten relevante und exklusive Informationen aus erster Hand.

Zu den besonderen Gästen zählte Mario Suckert, Staatssekretär im Thüringer Wirtschaftsministerium, MdEP Marion Walsmann, Europa-Abgeordnete für Thüringen, Dr. Gert Fisahn, Public Affairs der PVA-Anlagenbau GmbH in der Unternehmensgruppe PVA TePla AG, Stadtrat Bastian Stein, Ortsteil-Bürgermeister Wenigenjena und stellvertretender MIT-Kreisvorsitzender sowie Christian Schädlich (ZETT -Zentrum für digitale Transformation).

WIRTSCHAFTS-STAATSEKRETÄR : "MITTEN IM PROZESS DER STABILISIERUNG DER THÜRINGER WIRTSCHAFT"

Wirtschafts-Staatssekretär Mario Suckert wies vor den versammelten Unternehmern darauf hin, dass man sich in Thüringen mitten im Prozess zur Stabilisierung der Wirtschaft befinde. Die aktuell schwierige Entwicklung sei auch in Jena nicht spurlos vorüber gegangen. Erste positive Effekte in der Wirtschaft würden sich eben nicht unmittelbar in volkswirtschaftlichen Kennzahlen niederschlagen. Damit spielte Suckert auf den aktuellen Thüringer Geschäftsklima-Index an, der ein "durchwachsendes und in Teilen pessimistisches Bild" zeichnet.

Es brauche Mut und Geduld, so der Appell des Wirtschafts-Staatssekretärs an die Unternehmerschaft. Positiv sei hervor zu heben, dass Thüringen in seiner Wirtschaftsstruktur resilient sei. Eine kleinteilige Wirtschaft mit ausgewählten Marktführern und internationaler Aufstellung sei gegenwärtig sicher hilfreich. Für die Thüringer Landesregierung habe das Thema Wirtschaft oberste Priorität. So wirke man gegenwärtig darauf hin, daß die Finanzverwaltung unternehmensfreundlicher werden müsse. Zur Modernisierung der Verwaltung würden flächendeckend probeweise KI-Tools eingesetzt.

Im Oktober soll ein Transformations-Fonds für KI und Digitales aufgelegt werden.
In Ostdeutschland habe man einen unschätzbaren Vorteil gegenüber westdeutschen Bundesländern: Schon einmal habe man Erfahrungen machen müssen mit einer tiefgreifenden Strukturkrise. Das stehe den westdeutschen Bundesländern erst noch bevor. Man müsse den Strukturwandel als Herausforderung annehmen und ihn auch schaffen, so Wirtschafts-Staatssekretär Mario Suckert abschließend.

JENAER UNTERNEHMER : "WIR BRAUCHEN HIER VIEL MEHR PRODKTIONSSTÄTTEN"

Mit Dr. Gert Fisahn von der PVA-Anlagenbau GmbH aus Jena-Maua als Teil der Unternehmensgruppe PVA TePla AG, stand ein Repräsentant eines international erfolgreichen Jenaer Unternehmens beim MIT-Sommerempfang am Mikrofon. Das Unternehmen PVA ist ein mittelständisches Unternehmen mit internationaler Ausrichtung im Bereich Halbleiterindustrie. In Jena-Maua habe man die zweitgrößte Produktionsstätte mit 200 Mitarbeitern und einem Umsatz von zur Zeit 250 Millionen Euro Umsatz mit stark steigender Tendenz. In bestimmten Segmenten habe man weltweit eine führende Marktposition. Allein 50 Prozent der Produktion gehe nach Asien. Dr. Gert Fisahn richtete beim MIT-Sommerempfang einen eindringlichen Appell an Politik und Wirtschaft: Es gehe nicht nur um umfassende Forschung und gute Technologien, vielmehr sei es besonders wichtig, viel mehr Produktionsstätten auch hier zu errichten. Auch mehr Halbleiterproduktion brauche man in Deutschland und Europa. Dr. Fisahn plädierte auch für ein Investitions-Schutzgesetz aus seiner Besorgnis und der Gefahr vor strategischen Unternehmensaufkäufen aus dem Ausland.

STADTRAT STEIN : "JENA STEHT VOR GEWALTIGEN HERAUSFORDERUNGEN MIT BRISANTER
HAUSHALTSLAGE"

Anlässlich des MIT-Sommerempfangs nutzte Stadtrat Bastian Stein seine langjährigen kommunalpolitischen Erfahrungen, um aus seiner Sicht auf besorgniserregende und tiefgreifende Entwicklungen eindringlich hinzuweisen, die auf Jena unweigerlich zukommen. Drei relevante Bereiche wurden genannt. Bezogen auf die Einwohnerzahl schrumpfe die Stadt Jena kontinuierlich seit 2019. In der Summe schließe man über einen längeren Zeitraum zehn Kindertagesstätten - jährlich eine KITA-Schließung. Die bestehenden Schulen würden verkleinert. Die Jenaer Geburtenquote liege bei 0,96 Prozent. Aufgrund bindender gesetzlicher Vorgaben müsse das Fernwärme-Netz modernisiert werden. Dieses voraussichtliche Investitionsvolumen, das auch notwendige Sanierungen von Wohnungen beinhalte, habe nach seriösen Schätzungen eine Größenordnung von ein bis zwei Milliarden Euro. Diese sogenannte "Wärmewende" sei so für die Stadt finanziell nicht zu stemmen. Wer solle und wolle das dem Bürger letztendlich zumuten, fragte Stadtrat Stein in die Runde. Die Finanzsituation sei alarmierend, da dieses Jahr die Rücklagen der Stadt Jena ausliefen. Da die Ausgaben gegenwärtig kaum gekürzt würden, sehe er die Gefahr von Steuererhöhungen der Kommune. Die aufkommende Geldnot werde zu einer brisanten Zerreissprobe bei anstehenden Haushaltsverhandlungen führen.

VON JENA NACH NAIROBI : JENAER UNTERNEHMER MACHT DIGITAL GESCHÄFTE IN KENIA

Manch einer staunte nicht schlecht, mit welchen Unternehmensnachrichten der IT-Unternehmer und MIT-Kreisvorsitzender Fagus Pauly in eigener Sache aufwartete: Sein Unternehmen  Unternehmendigital GmbH“ habe seit einigen Monaten intensive Geschäftsbeziehungen nach Kenia aufgebaut - und das ausschließlich digital mit sehr erfolgversprechenden Aussichten. Dabei spiele der Bereich Landwirtschaft und das Thüringer Know-how etwa beim Kartoffelanbau und der Vermarktung eine nicht zu unterschätzende Rolle. So sei jüngst sogar eine Delegation aus Kenia in Thüringen gewesen zur Sondierung der Absatzmärkte. Der MIT-Vorsitzende Pauly dazu: " Auch das ist beispielhaftes Unternehmertum in Jena, komplett neue Wege zu gehen und Ideen in unternehmerischen Erfolg umzusetzen."

THÜRINGER GESCHÄFTSKLIMA-INDEX : WEIT VERBREITETE UNZUFRIEDENHEIT BEI UNTERNEHMERN

In einer aktuellen Online-Befragung von 874 Unternehmern und Unternehnerinnen sehen diese die Probleme mit der gegenwärtigen Thüringer Wirtschaftspolitik als nach vor als nicht gelöst an. 85 Prozent der Befragten wünschen sich eine grundlegende Reform der Thüringer Fördereinrichtungen. Und 84 Prozent zeigten sich unzufrieden mit den wirtschaftspolitischen Massnahmen der  Landesregierung. Das ist das Fazit dieser Online-Umfrage, vorgestellt von Christian Schädlich (ZETT- Zentrum für digitale Transformation in Jena). Die Unternehmen wollten aus seiner Sicht strukturelle Veränderungen - also " eine nach wir vor magere Halbzeitbilanz der Thüringer Landesregierung mit sinkender Popularität" , so seine Schlussfolgerung.


Hermann Kurz
Pressesprecher Mittelstandsunion (MIT)
Kreisverband Jena